Web2.0: Das Ende der Privatsphäre?
geschrieben von Sebastian Bauer (augusto) am Dienstag, 6. Juni 2006
Bei Slashdot bin ich heute auf den Artikel Why Web 2.0 Will End Your Privacy gestoßen. Sehr interessant hierbei sind auch die zahlreichen Kommentare.
Wieviel Privatsphäre ist eigentlich notwendig? Haben wir etwas zu verbergen? Ich selbst dachte lange, dass ich nichts zu verbergen habe. Doch ich weiß jetzt, dass das Web definitiv nicht alles wissen muss.
Das neue Internet scheint so viel Neues bieten zu wollen. Dabei ist es nicht neu - nur anders. Aber auf eine Art, die anzuziehen scheint. Alles wirkt so einfach und leicht. Animiert zum Ausprobieren und selber nutzen.
Dynamisch war das Web schon lange. Statische Seiten gehörten längst der Vergangenheit an. Das Web2.0 gibt jedoch ein Gefühl von Desktop-Applikation. Sicherlich Geschmackssache. Aber dadurch kommen nun auch wirklich neue Anwendungsfelder hinzu. Ganze Textverarbeitungen oder Tabellenkalkulationen tauchen plötzlich als Webapplikation auf. Brauchen wir das wirklich?
Besonders auffällig sind die Anbieter. So bietet Google mittlerweile weit mehr als eine einfache Suchmaschine an …
Ich selbst nutze Bloglines als RSS-Reader. Über meine Blogroll können auch andere Nutzer meine abonierten Feeds einsehen. Andere öffentliche Dienste meide ich bewusst. Denn ich möchte an keiner öffentlichen zentralen Stelle ablegen welche Termine ich habe oder welche Aufgaben für die nächsten Tage anstehen.
Über die Folgen dieser Dienste wird derzeit sicherlich noch viel zu wenig nachgedacht. Denn was kann mit unseren Daten gemacht werden? Wieviel Privatsphäre benötige ich bei diesem Thema? Genaugenommen wird man heute noch gar nicht wissen können was diese Daten überhaupt Wert sein können. Um so sorgfältiger sollten wir prüfen was wir welchem Dienst anvertrauen.
Eines ist jedoch klar: Daten sind Geld. Offensichtlich. Denn Wissen ist in diesem Fall die Macht. Alleine durch die Nutzung von Bloglines und Del.icio.us biete ich dem Netz interessante Informationen. Ich zeige öffentlich was ich gerne lese und welche Seiten ich gerne besuche. Und wenn nicht öffentlich dann zumindest den Diensten selbst. Diese Informationen genügen doch schon um mich mit gut gezielter Werbung zu versorgen. Natürlich vorausgesetzt, dass meine Daten gewissenhaft gepflegt worden sind.
Ich bekomme heute schon viel zu viel Spam. In letzter Zeit scheint hierbei sogar mein Spamassassin zu schwächeln. Auch der nervige Trackback-Spam nimmt enorm zu. Daher moderiere ich jetzt alle Trackbacks.
Doch mit ein bisschen mehr Werbung könnte man vielleicht gut umgehen - vor allem wenn sie sogar etwas besser auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Was könnte mit meinen Daten jedoch noch alles passieren? Vor allem wenn ich sogar meinen Kalender, meine Aufgaben oder sogar meine Dokumente einem Online-Dienst anbiete?
Kollege Peter durfte schon erleben wie die Daten seines Blogs aus dem Netz aufgegriffen wurden. Er berichtete über seine WM-Spielkarten. Neulich wurde er höflich gefragt ob er diese verkaufen möchte.
Das war nicht wirklich dramatisch. Und man kann den Versuch an WM-Karte zu gelangen auch belächeln. Aber es zeigt ein bisschen was es bedeuten könnte gläsern zu werden. Wenn plötzlich jeder meine Gewohnheiten kennt. Wenn jeder weiß was ich gerade mache oder wo ich bin.
Ich finde viele der neuen Dienste im Web2.0 richtig gut. Zunächst rein funktionell. Der zentrale Ansatz wird einen großen Gewinn für die Nutzer darstellen. Seine gewohnte Arbeitsumgebung an jedem internetfähigen PC vorzufinden wird das mobile Arbeiten stark vereinfachen. Das Web2.0 wird sicherlich bald für uns alle etwas nützliches zur Verfügung stellen. Man sollte nur ein wenig darüber nachdenken was man mit den abgelegten Daten alles machen könnte…
Weitere Links zu diesem Thema: Telepolis, Golem
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Ein Kommentar zu “Web2.0: Das Ende der Privatsphäre?”
Wieviel Privatsphäre ist eigentlich notwendig? Haben wir etwas zu verbergen?, fragt sich Augusto. Auch bei ihm macht sich Skepsis breit, ob der Preis für die neuen, nützlichen Anwendungen des Web 2.0 nicht der Verlust der Anonymität und Privatspäre im Int
Von blog of geewiz am Sonntag 11 Juni, 2006